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Lexikon

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Abgeltungssteuer

Ab 1. Januar 2009 gilt die neue Abgeltungssteuer. Dann werden 25 % der über dem Sparerpauschbetrag (801 Euro für Ledige, 1602 Eheleute) liegenden Kapitalerträge zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. zzgl. der Kirchensteuer von den Finanzdienstleistungsinstituten einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Private Renten- und Kapitallebensversicherungen (Sofern der Abschluss vor 2005 erfolgte und diese mindestens 12 Jahre gehalten wurden), Riester- und Rürupverträge, indirekte Beteiligungen an Immobilien, vermietete Immobilien sowie physische Anlagen werden von der Abgeltungssteuer nicht erfasst. Sie gilt aber für alle Einkünfte aus Kapitalvermögen, wie Zinsen, Dividenden, Kursgewinne und Ausschüttungen von Investmentfonds. Für alle vor dem Stichtag gekauften Wertpapiere mit Ausnahme bestimmter Zertifikate, Sparpläne etc. gilt aus Vertrauensschutz das alte Recht weiter.

Ablaufleistung

Die Ablaufleistung ist der Betrag, den der Versicherte bei Vertragsende, d.h. im Erlebensfall ausgezahlt bekommt. Der Betrag besteht aus dem Erlebensfallkapital zuzüglich eventueller Gewinnanteile. Im Gegensatz zu der Erlebensfallleistung werden Gewinnanteile aber nicht garantiert.

Abschlusskosten

Bei der privaten Rentenversicherung sind Abschlusskosten im Versicherungsbeitrag enthalten. Dazu zählen die Vermittlerprovisionen, Kosten der Antragsbearbeitung und Risikoprüfung sowie sonstige Außendienst- und Werbungsaufwendungen. In der Höhe können diese je nach Produkt und Versicherer variieren. Seit 2008 sind die Versicherungsunternehmen verpflichtet, die jeweiligen Abschluss- und Vertriebskosten gegenüber dem Versicherungsnehmer offenzulegen.

Aktienfonds

Werden die Kundeneinlagen ausschließlich in Aktien angelegt, spricht man von der Kapitalanlageform eines Aktienfonds. Entsprechend des Risikos, mit denen die einzelnen Aktien behaftet sind, ergeben sich dabei unterschiedliche Risikoklassen.

Aktueller Rentenwert Für die Berechnung der Rentenansprüche wird der aktuelle Rentenwert benötigt. Er wird jährlich zum 01.07. von der Bundesregierung festgelegt und ist der Betrag, den ein Versicherter mit einem Durchschnittseinkommen für ein Jahr Beitragszahlung erhält. In den alten Bundesländern beträgt er seit dem 1. Juli 2008 26,56 Euro, in den neuen Bundesländern 23,34 Euro. Die fehlende Erhöhung des Rentenwertes, mit dem die Renten an die Veränderung der Gehälter und Löhne angepasst werden, hat in den vergangenen Jahren zu sinkenden Renten geführt.

Alterssicherung der Landwirte

Die Alterssicherung der Landwirte stellt einen eigenständigen Zweig der Sozialversicherung dar. Träger sind die die landwirtschaftlichen Alterskassen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

Altersvermögensgesetz

Das Altersvermögensgesetz regelt die Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dieses Gesetz bildete die Grundlage der Rentenreform. Es soll nach dem Willen des Gesetzgebers die Rentenempfänger dazu motivieren eigenes kapitalgedecktes Altersvorsorgevermögen aufzubauen, um die sinkenden Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen, bspw. in Form der Riester-Rente oder anderen Anlageformen.

Altersversorgung

Mit der Verabschiedung des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) 2004 besteht die Altersvorsorge in der Bundesrepublik aus einem 3-Schichten-Modell. Die erste Schicht wird dabei als Basisversorgung bezeichnet und beinhaltet die gesetzliche Rentenversicherung, Berufsständische Versorgungswerke sowie die kapitalgedeckte Leibrente. Die kapitalgedeckte Zusatzversorgung bildet die zweite Schicht. Dazu gehört die Betriebliche Altersversorgung, einschließlich der Riester-Rente. Merkmale der zweiten Schicht sind die steuerliche Förderung und die möglichen Teilauszahlungen. Während die erste und zweite Schicht zur Altersvorsorge zählen, bildet die dritte Schicht mit privaten Kapitalanlageprodukten den Vermögensaufbau. Dazu gehören fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen.

Anlageformen

Seit der Rentenreform im Jahr 2001 wird die private Altersvorsorge staatlich gefördert. Um gefördert und als Altersvorsorgeverträge zertifiziert zu werden, müssen die Anlageformen, bestimmte Kriterien erfüllen. Die bedeutendsten Anlageformen stellen die klassischen Lebensversicherungen, die private Rentenversicherung, fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen sowie Banksparpläne und Aktienfondssparpläne etc. dar.

Anlageverfahren

Das Anlageverfahren ist eine Finanzierungsform der privaten Lebensversicherung. Während die gesetzliche Rentenversicherung im Umlageverfahren funktioniert, wird bei der privaten Rentenversicherung Kapital zurückgestellt, um zukünftige Leistungen zu decken.

Alterseinkünftegesetz (AltEinkG)

Mit der Verabschiedung des Alterseinkünftegesetzes 2004 besteht die Altersvorsorge in der Bundesrepublik aus einem 3-Schichten-Modell. Die erste Schicht wird dabei als Basisversorgung bezeichnet und beinhaltet die gesetzliche Rentenversicherung, Berufsständische Versorgungswerke sowie die kapitalgedeckte Leibrente. Die kapitalgedeckte Zusatzversorgung bildet die zweite Schicht. Dazu gehört die Betriebliche Altersversorgung, einschließlich der Riester-Rente. Merkmale der zweiten Schicht sind die steuerliche Förderung und die möglichen Teilauszahlungen. Während die erste und zweite Schicht zur Altersvorsorge zählen, bildet die dritte Schicht mit privaten Kapitalanlageprodukten den Vermögensaufbau. Dazu gehören fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen, Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen.

Ebenfalls mit dem AltEinkG eingeführt:

  • schrittweise Einführung der nachgelagerten Besteuerung auf Renteneinkünfte und Pensionen, Beitragsfreistellung der Vorsorgeaufwendungen,
  • Steuerbegünstigung der Beiträge bei der Direktversicherung, wenn eine lebenslange Rente vorgesehen ist
  • Mitnahmemöglichkeit erworbener Betriebsrentenanwartschaften bei Arbeitgeberwechsel
  • Einschränkung des Steuerprivilegs für nach dem 31.12.2004 abgeschlossene Kapitallebensversicherungen
  • Einführung eines vereinfachten Dauerzulageverfahrens
  • Verringerung der Zertifizierungskriterien und Einführung von Unisex-Tarifen

Altersgrenze

Wer Altersrenten erhalten will, muss als Versicherter neben der erforderlichen Wartezeit ein bestimmtes Lebensjahr vollenden. Zurzeit erhalten gesetzlich Rentenversicherte die Regelaltersrente wenn sie das 65. Lebensjahr erreichen und mindestens fünf Versicherungsjahre nachweisen können. Die Altersgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung werden jedoch a b 2012 bis 2029 stufenweise von 65 auf 67 Jahre bei allen Rentenarten angehoben. Geht man vor diesem gesetzlichen Renteneintrittsalter in Rente, sind bleibende Rentenabschläge die Folge.

  • Geburtsjahrgänge vor 1947 ? reguläres Renteneintrittsalter mit 65 Jahren
  • Geburtsjahrgänge 1947 und später geboren ? von Jahrgang zu Jahrgang Anstieg des regulären Renteneintrittsalters um einen Monat, d.h. 1958 geboren ? Renteneintrittsalter mit 66 Jahren
  • nach 1958 Geborene ? Anstieg des regulären Renteneintrittsalters um jeweils zwei Monate pro Jahrgang
  • 1964 und später Geborene ? reguläres Renteneintrittsalter mit 67 Jahren

Wird die Rente vor der maßgeblichen Regelaltersgrenze in Anspruch genommen, verringert sich die Rente grundsätzlich um 0,3 % höchstens jedoch um 10,8 % pro Monat des vorzeitigen Rentenbeginns. Dieser Rentenabschlag gilt für die gesamte Rentenlaufzeit.

Äquivalenzrentner und Äquivalenzbeitragszahler

Das Verhältnis von Rentenbeziehern zu den ihnen gegenüberstehenden Beitragszahlern bildet den Rentnerquotienten (RQ). Die Verhänderung dieses RQ beschreibt der Nachhaltigkeitsfaktor. Um bei diesem Verhältnis Verwerfungen durch geringfügige Beitragszahlungen bzw. Rentenleistungen zu vermeiden, wird die Anzahl der Rentner in sogenannte Äquivalenzrentner umgerechnet. Wird das Gesamtrentenvolumen durch die Standardrente dividiert, ergibt sich daraus die Anzahl der Aquivalenzrentner. Dies wird in gleicher Weise für die Summe der Beitragszahler durchgeführt. Um die Anzahl der Äquivalenzbeitragszahler zu errechnen, wird die Gesamtheit der für Renten abgeführten Beiträge vom Lohn durch das Durchschnittsentgelt dividiert.

Altersteilzeit

Nach Vollendung des 55. Lebensjahres haben ältere Arbeitnehmer auf freiwilliger Basis die Möglichkeit im Rahmen einer Vereinbarung (bspw. durch Tarifvertrag oder Individualvereinbarung) mit ihrem Arbeitgeber ihre verbleibende Arbeitszeit um die Hälfte zu vermindern. Hierfür gibt es verschiedene Varianten: Die Verringerung kann stundenweise, an bestimmten Wochentagen oder in bestimmten Wechseln bspw. monatlich oder wöchentlich erfolgen. Die zwei bedeutensten Formen der Altersteilzeit stellen die koninuierliche Altersteilzeit und die Altersteilzeit nach dem Blockmodell dar. Während bei ersterem die Arbeitszeit über die gesamte Zeispanne bis zur Rente auf die Hälfte der ursprünglichen Arbeitszeit reduziert wird, wird bei dem Blockmodell die Altersteilzeit in zwei gleich lange „Zeitblöcke“ aufgeteilt. Im ersten Block (Arbeitsphase) arbeitet der Arbeitnehmer weiterhin die volle reguläre Arbeitszeit, während er im zweiten Block –der Freistellungsphase- überhaupt keine Arbeitsleistung zu erbringen braucht.

Beachte: In der ersten Phase wird zwar voll gearbeitet, es wird trotzdem nur das Teilzeitentgelt gezahlt. Das somit in dieser ersten Phase erbrachte Wertguthaben des Arbeitnehmers ist seitens des Arbeitgebers ausreichend vor möglicher Insolvenz zu sichern. Bürgschaften reichen hierfür nicht aus.

Die bei der Vereinbarung zur Altersteilzeit zu beachtenden Rahmenbedingungen werden durch das Altersteilzeitgesetztes geregelt. Wichtig ist insbesondere, dass eine versicherungspflichtige Beschäftigung fortbesteht und der Arbeitgeber Leistungen zum Altersteilzeitarbeitsentgelt sowie zu den Rentenversicherungsbeiträgen für den beschäftigten Arbeitnehmer aufstockt. So hat er mindestens 20 % auf das Arbeitseinkommen, welches durch die Halbierung der Arbeitszeit erreicht wird, aufzustocken. Dieser Aufstockungsbetrag bezieht sich jedoch auf das sogenannte Regelarbeitsentgelt, d.h. das monatliche laufende Einkommen ohne etwaige Sonderzahlungen, wie Weihnachtsgeld. Tarifvertraglich sind des Öfteren sogar höhere Aufstockungsbetrtäge vorgesehen.

Ebenso sind seitens des Arbeitgebers zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für die Altersteilzeitbeschäftigten zu leisten. Somit wird gewährleistet, dass die Arbeitnehmer, die Alterteilzeit in Anspruch nehmen bis mindestens zu 90 % ihres bisherigen Verdienstes rentenversichert sind.

Für die sonstigen Beiträge zur Sozialversicherung (Arbeitslosen-, Kranken-, Pflegeversicherung) spielt der Aufstockungsbetrag keine Rolle. Für die Berechnung maßgebend ist lediglich die Höhe des Regelarbeitsentgelts.

Ein Anspruch auf Altersrente nach Altersteilzeit entsteht für vor 1946 geborene Arbeitnehmer mit 60 Jahren. Für alle später Geborenen erfolgt eine stufenweise Anhebung der Altersgrenze auf 63 Jahre. Für alle ab 1952 Geborene fällt diese Rentenart weg.

Die Agentur für Arbeit kann Altersteilzeit fördern. Voraussetzung ist jedoch, dass die dann frei werdende Stelle durch einen Arbeitslosen oder einen Auszubildenden nach dessen Abschluss bzw. in Kleinbetrieben einen Auszubildenden besetzt wird. Eine finanzielle Förderung erfolgt seitens der Agentur für Arbeit jedoch nur noch, wenn die Altersteilzeit spätestens bis zum 31.12.2009 angetreten wird. Die Förderung läuft maximal 6 Jahre und umfasst die Erstattung der gesetzlichen Mindestaufstockungsleistungen an den Arbeitgeber.

Beachte: Nach neuester Entscheidung der obersten Finanzbehörden des Bundes sind Werbungskosten nicht zu kürzen, auch wenn durch den steuerfreien Entgeltanteil ein Teil der Einnahmen der Arbeitnehmer in Altersteilzeit steuerfrei ist.

Anwartschaften

Eine gewisse Anwartschaft ist Voraussetzung für die Zahlung der Rente. Anwartschaften sind zumeist durch die Beitragszahlung erworbene Werte bzw. Entgeltpunkte. Aus diesen gutgeschriebenen Entgeltpunkten wird zum Zeitpunkt der Leistungsgewährung der persönliche Rentenanspruch. Eine Anwartschaft auf die Regelaltersrente mit derzeit 65 Jahren ist erworben, wenn bereits für 60 Monate Pflicht- oder freiwillige Beiträge gezahlt wurden. Die Leistung erhält man jedoch erst mit aktuell 65 Jahren, wenn die Regelaltersrente beantragt wird.

Beachte: Seit 2007 gilt durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze von derzeit 65 auf letzlich 67 Jahre (Rente mit 67). Dies betrifft die Jahrgänge 1947 und jünger ab 2012. Der Prozess der Anhebung wird im Jahr 2029 abgeschlossen sein. Das bedeutet für alle Jahrgänge ab 1964 beträgt die Regelaltersgrenze dann 67 Jahre. Die Altersgrenzen der gesetzlichen Rentenversicherung bei anderen Rentenarten werden entsprechend angehoben.

Anrechnungszeiten

Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen der Versicherte aus bestimmten persönlichen Gründen keine Beiträge zahlen konnte. Diese Zeiten sind wichtig, denn sie zählen für die 35-jährige Wartezeit.Grundsätzlich gelten als Anrechnungszeiten die Zeiten von Krankheit, medizinischer Heilbehandlung, Berufsförderung, Arbeitslosigkeit, Schulausbildung nach dem 17. Lebensjahr, Schwangerschaft, Mutterschaftsschutzfristen und Rentenbezugszeiten bis zum 55. Lebensjahr und danach, soweit die Rente mit einer Zurechnungszeit zusammentrifft.

Arbeitseinkommen

Im Gegensatz zum Arbeitsentgelt wird als Arbeitseinkommen der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts (§ 4-7 EstG) ermittelte Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit bezeichnet und bildet die Basis für die Beitragsrechnung zur Sozialversicherung von Selbstständigen.

Arbeitsentgelt

Grundlage für die Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung bei Arbeitnehmern ist das Arbeitsentgelt. Darunter fallen alle Einnahmen, die der Arbeitnehmer aus einem Beschäftigungsverhältnis erhält, wie bspw. Lohn/Gehalt, Urlaubs – und Weihnachtsgelder, Vergütungen für Überstunden, Familienzuschläge etc.

Anpassungsformel

Normalerweise werden die Renten zum 1. Juli eines jeden Jahres entsprechend der Lohnentwicklung der Beschäftigten angepasst. Veränderungen der Abgabenbelastung, die nicht die Alterssicherung betreffen, bleiben dabei jedoch unberücksichtigt, d. h. neben der Bruttolohnentwicklung werden nur die Veränderungen des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung und die Aufwendungen für die zusätzliche geförderte Altersvorsorge berücksichtigt. Seit 2005 berücksichtigt der Nachhaltigkeitsfaktor zusätzlich das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern.

Durch die Multiplikation des neuen aktuellen Rentenwerts mit den anderen Faktoren der Rentenformel wird der angepasste Monatsbetrag der Rente ermittelt. Auf der Grundlage der Veränderung des aktuellen Rentenwertes erfolgt dann die Rentenanpassung.

Anwartschaftserhaltungszeiten

Zu den Anwartschaftserhaltungszeiten zählen: Beitragszeiten, Rentenbezugszeiten aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit, Berücksichtigungszeiten, Anrechnungszeiten sowie Zeiten des gewöhnlichen Aufenthalts in den neuen Bundesländern vor 1992. Die Anwartschaftserhaltungszeiten sind wichtig, da freiwillig Versicherte eine Rente wegen Erwerbsminderung nur dann bekommen können, wenn sie vor dem 1.1.1984 die allgemeine fünfjährige Wartezeit erfüllt haben und ab dem 1.1.1984 an jeder Monat mit anwartschaftserhaltenden Zeiten belegt ist.

Anzeigepflicht

Schließen Sie einen Vetrag über eine private Renten-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, haben Sie als Versicherungsnehmer die Pflicht das Versicherungsunternehmen über alle Ihnen bekannten Tatsachen zu informieren, die erhebliche Auswirkungen auf die Risikoübernahme haben.Tun Sie dies nicht, können Versicherer von Lebensversicherungen und Berufsunfähigkeits-zusatz-versicherungen bspw. bei bewusst falschen Angaben zum persönlichen Gesundheitszustand, also bei schuldhafter Verletzung innerhalb von 10 Jahren von dem abgeschlossenen Vertrag zurücktreten. Obwohl in den meisten Vertragsbedingungen eine verkürzte Frist –zumeist von 3 Jahren- gilt, können die Versicherer trotzdem den gesamten Vertrag anfechten, sofern arglistige Täuschung bei Vertragsabschluss nachgewiesen werden kann. Dies muss jedoch innerhalb einer Frist von einem Jahr nach Kenntnis der Täuschung geschehen. Auch ist ein Rücktritt des Versicherers nach Eintritt des Versicherungsfalles möglich. Hier jedoch nur, wenn die Anzeigepflichverletzung mit dem Versicherungsfall ursächlich zusammenhängt.

Arbeitslosigkeit

Als arbeitslos gilt, wer keine Arbeit hat, der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht und sich auch bei seinem Arbeitsamt arbeitslos gemeldet hat. Bezieht derjenige während dieser Zeit Leistungen in Form von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe, so ist er in den meisten Fällen auch rentenversicherungspflichtig. Die Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung. zahlt dann die Bundesanstalt für Arbeit.

Auffüllbetrag

Um nach der Wiedervereinigung Deutschlands die Renten in der ehemaligen DDR nicht geringer ausfallen zu lassen als sie nach dem Recht der DDR gewesen wären, wurde mit der Überleitung des Rentenrechts auf die neuen Bundesländer der Aufüllbetrag eingeführt. Dieser gilt nur für das Gebiet der ehemaligen DDR. So wurde mithilfe des Auffüllbetrages die Rente auf das Niveau angehoben, welches sich aus der Berechnung nach altem DDR-Rentenrecht ergibt. Das heißt: Ist die Berechnung der Rente nach neuem Recht nach SGB IV geringer als sie nach altem DDR-Recht wäre, wurde die Rente um den entsprechenden Betrag aufgefüllt. Bei den Rentenanpassungen wird der Auffüllbetrag jedoch nicht angehoben. Vielmehr wird er bei den Rentenanpassungen seit 1996 schrittweise verringert.

Aufwertung von Kindererziehung

Die Höherbewertung von Beitragszeiten während der Kindererziehung war Teil der Reform der sozialen Sicherung der Frau. Sind Erziehungspersonen im Anschluss an die drei Jahre Kindererziehungszeiten erwerbstätig, erfolgt eine Aufwertung ihrer Rentenanwartschaften bei der Rentenberechnung um die Hälfte bis maximal zum Durchschnittseinkommen (ab 1.1.2003: 2435,83 €). Dies gilt für die Dauer von sieben Jahren (Kinderberücksichtigungszeit bis zum 10. Lebensjahr eines Kindes).Voraussetzung dafür sind 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten (einschließlich der Kinderberücksichtigungszeit).

Wird ein pflegebedürftiges Kind betreut, gilt dies sogar bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Kindererziehenden, die gleichzeitig zwei oder mehr Kinder unter zehn Jahren erziehen und daher vielfach nicht erwerbstätig sind, werden ab dem 4. Lebensjahr des Kindes, d.h. nach Auslaufen der Kindererziehungszeit ebenfalls Entgeltpunkte gutgeschrieben.

Ausländische Beitragszeiten

Für die Berechnung der Rentenhöhe nach deutschem Recht werden ausländische Beitragszeiten nicht berücksichtigt. Wichtig sind diese Zeiten jedoch für die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen für die gesetzliche Rente in Deutschland. Anerkannt werden dafür alle rentenrechtlichen ausländischen Beitragszeiten, die in einem anderen Land der EU nach dessen jeweiligen Rentengesetzen erfüllt wurden. Die Rentenzahlungen, die sich aus diesen dort geleisteten Beiträgen ergeben, zahlt aber der betreffende Staat.

Arbeitgeber-/ Arbeitnehmeranteil

Die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung werden in zum größten Teil hältig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Zurzeit betragen die Beitragssätze 19,9 % bei der Rentenversicherung, 3,3 % bei der Arbeitslosenversicherung und 1,7 % bei der Pflegeversicherung. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind unterschiedlich und differieren von Kasse zu Kasse. Ebenso müssen Arbeitnehmer Sonderbeiträge entrichten, die nicht paritätisch finanziert werden. Für kinderlose Arbeitnehmer gilt ein Sonderbeitrag zur Pflegeversicherung von derzeit 0,25 % und für alle Arbeitnehmer, die in gesetzlichen Krankenkassen versichert sind, ein allein zu zahlender Sonderbeitrag von 0,9 %. Die jeweiligen Beitragssätze beziehen sich auf das monatliche Bruttoeinkommen bis zur Bemessungsgrenze.

Arbeitsunfähigkeit

Per Definition ist arbeitsunfähig, wer nicht ohne Gefahr für Gesundheit oder Verschlimmerung eines bestehenden Leidens seiner bisherigen Arbeit nachgehen kann. Die Zeiten der Krankheit mit Leistungsbezug sind Pflichtbeitragszeiten. Nach dem Gesetz gilt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für die Dauer von sechs Wochen. Ist die Krankheit länger andauernd, erhalten die Versicherten Krankentagegeld für maximal 78 Wochen. Zu beachten ist hierbei aber, dass diese Zeitspanne den Zeitraum der 6-wöchigen Lohnfortzahlung mit einschließt. Während der Zeit der Krankengeldzahlung ist der Versicherte grundsätzlich beitragspflichtig und erwirbt Beitragszeiten für die Rentenversicherung. Der Beitrag ist anteilig von Arbeitnehmer und –geber zu zahlen.

Aufschubzeit

Der Begriff Aufschubzeit bezeichnet den Zeitraum der zwischen dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung bis zur ersten Rentenzahlung liegt. Während dieser Zeit wird aus den laufenden Beiträgen und den entstehenden Gewinngutschriften Kapital der späteren Rentenzahlung angespart und mit Ablauf ausgezahlt.

AVB

Abkürzung für "Allgemeine Versicherungsbedingungen".

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